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Über uns

Im Jahr 1978 bekamen Harald und Irene Scherz eine folgenschwere Anfrage: Würden sie mit der Pfarrjugend des Neuklosters einen bunten Abend im Bernardisaal gestalten? Der Rest ist Geschichte: Der Abend kam so gut an, dass mehr und mehr Produktionen folgten.

Nach einer kurzen Zäsur Anfang der 1980er wurde 1984 das erste Märchenmusical im Bernardisaal aufgeführt. Die Idee war simpel: Während ein Elternteil daheim alles für den Weihnachtsabend vorbereitet, soll eine Theateraufführung die Kinder zumindest ein paar Stunden ablenken. Aus diesem Versuch wurde ein großer Erfolg, aus ursprünglich drei Aufführungen zahlreiche Vorstellungen den ganzen Advent hindurch. Zu Beginn wurden die Stücke noch eingekauft, aber ab 1990 selbst geschrieben: Irene Scherz verfasste den Text und Andreas Mitisek die Musik, was auch dabei half, die Stücke an das ständig wachsende Ensemble anzupassen. So wurden aus sieben Darstellern 1984 im Laufe der Zeit bis zu dreißig, aus einem Ensemble von Schülern und Studenten eine mehrere Generationen umfassende Truppe. Aber auch die Machart der Stücke änderte sich: Spätestens 2008, als Florian Scherz die Komposition übernahm, wandelten sich die Märchen mehr und mehr vom Märchen mit Gesang zum Musical.

Eine ähnliche Entwicklung gab es auch bei den Sommerproduktionen. Standen zuerst Boulevardkomödien und Nestroy auf dem Spielplan, wagte sich das Theater 1996 zum ersten Mal an ein Musical: Andrew Lloyd Webbers Frühwerk „Joseph And The Amazing Technicolor Dreamcoat“ wurde zu einem derart großen Erfolg, dass seitdem jährlich Musical gespielt wird. Die Bandbreite reicht dabei von internationalen Hits (zum Beispiel „Der kleine Horrorladen“, „Big Fish“, „Footloose“, „Aida“) bis hin zu unbekannteren Werken (u.a. „Once on this Island“, „Blondel“). Der Ruf des Theaters war bald so gut, dass dem Ensemble auch erlaubt wurde, deutschsprachige oder österreichische Erstaufführungen im Theater im Neukloster zu spielen, darunter Andrew Lloyd Webbers „Whistle Down the Wind“, „Beth und ihre Schwestern“ und „Children of Eden“. Auch drei Uraufführungen sollen noch erwähnt werden: „Ein Sommernachtstraum“ von Oliver Ostermann sowie „Liaison“ und „Maximilian – ein wahrer Ritter“ von Florian Scherz.

2021 verstarb Harald Scherz, der langjährige Leiter des „Theater im Neukloster“. Doch seine Vision wurde seinem Wunsch gemäß weitergetragen. Auch heute noch ist das Theater ein Haus, in dem viele ihre erste Theatererfahrung machen – egal ob auf oder vor der Bühne. Dafür sorgt Intendant Florian Scherz gemeinsam mit dem eingespielten Ensemble und dem bewährten Team, darunter Klemens Patek (musikalische Leitung) und Sarah Chiappi, Marie-Luise Engel-Schottleitner sowie Sarah Trausmuth (Choreographie).

Im Laufe der Jahre wurde das Theater im Neukloster zu einem traditionellen Bestandteil des Kulturlebens der Stadt Wiener Neustadt geworden – und darüber hinaus: Das Einzugsgebiet erstreckt sich von Niederösterreich und Wien bis ins Burgenland und die Steiermark, die einzelnen Produktionen werden von bis zu 6.000 Personen gesehen. Der Lohn für alle Mitwirkenden – vom Schauspieler bis zu den wichtigen Arbeiten im Hintergrund ist der Applaus - und für viele unserer Mitarbeiter ist das Theaterspielen eine Erfahrung, die sie ihr ganzes Leben begleitet.